Kein Gast bucht wegen Ihrer Mülltrennung. Aber ein überfüllter Containerplatz am Montagmorgen in der zweiten Augustwoche kostet Sie Bewertungen, und eine Chemietoilette, die im Waschbecken geleert wurde, kostet Sie die Kläranlage. Abfall und Abwasser sind die Hälfte des Platzbetriebs, die niemand sieht, solange sie funktioniert, und die komplette Aufmerksamkeit bekommt, sobald sie es nicht tut.
Weil Abfallsatzungen kommunal und Abwasserfragen wasserrechtlich geregelt sind, gibt es für beides keine bundesweite Antwort. Was es gibt, ist eine überschaubare Liste von Zuständigkeiten, die Sie einmal klären und dann jahrelang nicht mehr anfassen.
Wer bei Ihnen zuständig ist
- Die Abfallsatzung Ihres Landkreises oder Ihrer Gemeinde regelt, welche Behälter Sie haben müssen, in welchem Takt geleert wird und ob Ihr Platz als Gewerbebetrieb oder über die Hausmüllentsorgung läuft. Lassen Sie sich die aktuelle Satzung geben und heben Sie sie auf.
- Die Gewerbeabfallverordnung verlangt von Gewerbe getrennte Erfassung bestimmter Fraktionen und, wenn getrennt nicht möglich ist, eine Dokumentation darüber. Papier, Glas, Kunststoff, Metall, Bioabfall und Holz sind die üblichen Stichworte. Welche Nachweise Sie führen müssen, klären Sie mit Ihrem Entsorger und der unteren Abfallbehörde.
- Die Gemeinde als Träger der Abwasserbeseitigungspflicht entscheidet, ob Sie an die öffentliche Kanalisation angeschlossen sind oder eine eigene Lösung betreiben.
- Die untere Wasserbehörde erteilt die wasserrechtliche Erlaubnis für eine eigene Einleitung und legt die Auflagen fest, von der Probenahme bis zur Wartung.
Vier Anrufe, ein Vormittag, und Sie wissen für die nächsten Jahre, in welchem Rahmen Sie sich bewegen. Alles andere in diesem Beitrag setzt diese vier Antworten voraus.
Der Containerplatz: Technik ist hier nicht das Problem
Mülltrennung auf einem Campingplatz scheitert nie an der Vorschrift, sondern an der Beschilderung und an der Lage. Was zuverlässig funktioniert:
- Bilder statt Text. Ihre Gäste kommen aus mehreren Ländern und trennen zu Hause anders. Piktogramme auf jedem Behälter, in Augenhöhe, sind wirksamer als eine dreisprachige Tafel.
- Kurze Wege. Ein Containerplatz, der weiter als hundertfünfzig Meter entfernt liegt, wird umgangen. Mehrere kleine Stationen schlagen eine große.
- Überdacht und befestigt. Nasse Pappe wird zu Restmüll, und ein Containerplatz im Schlamm wird zum Abstellplatz für Sperrmüll.
- Getaktete Leerung in der Hochsaison. Vereinbaren Sie mit Ihrem Entsorger einen anderen Rhythmus für Juli und August und legen Sie den Termin auf den Montag. Das Wochenende erzeugt den Müll.
- Keine freien Restmülltonnen am Platz. Sobald eine Tonne ohne Aufsicht an einem Standplatz steht, landet darin alles.
- Sperrmüll aus Dauerstandplätzen regeln. Im Vertrag, mit einer Frist und mit der Kostenfolge. Sonst steht die alte Markise drei Jahre hinter dem Sanitärgebäude.
Chemietoiletten und Grauwasser
Das ist der Punkt, an dem Unwissen echten Schaden anrichtet. Chemische Zusätze aus Kassettentoiletten gehören ausschließlich in die dafür vorgesehene Ausgussstelle, nicht in ein Waschbecken, nicht in einen Bodenablauf und auf keinen Fall in eine Regenwasserleitung oder einen Graben. Sie belasten die Kläranlage und bei eigener Kleinkläranlage bringen sie die Biologie zum Stillstand.
Praktisch heißt das:
- Eine klar gekennzeichnete Ausgussstelle mit Spülwasser daneben, gut erreichbar, beleuchtet und nicht neben dem Spielplatz.
- Getrennte Stellen für Chemietoiletten und für Grauwasser, mit einem Hinweis, warum das kein Zufall ist.
- Ein Hinweis in der Platzordnung und ein Satz bei der Anreise. Letzteres wirkt besser.
- Eine Entsorgungsstation für Wohnmobile mit Durchfahrt, damit niemand rangieren muss und stattdessen am Standplatz entleert.
- Empfehlen Sie zusatzfreie oder biologisch abbaubare Sanitärzusätze, besonders wenn Sie eine eigene Anlage betreiben. Verkaufen Sie sie im Platzladen, dann wird es benutzt.
Eigene Anlage, Fettabscheider, Starkverschmutzer
Wenn Sie nicht an den öffentlichen Kanal angeschlossen sind, ist Ihre Kleinkläranlage eine genehmigte Anlage mit Auflagen: Wartungsintervalle, Schlammabfuhr, Probenahmen und ein Betriebsbuch. Führen Sie das Betriebsbuch wirklich, mit Datum und Unterschrift, und legen Sie die Wartungsberichte chronologisch ab. Bei einer Kontrolle wird zuerst das Buch verlangt.
Haben Sie Gastronomie auf dem Platz, kommt ein Fettabscheider dazu, mit eigenem Entleerungs- und Wartungstakt. Und wenn Sie eine Waschmaschinenreihe oder eine Spülstraße betreiben, fragen Sie bei der Gemeinde nach, ob Ihre Einleitung besondere Anforderungen auslöst. Diese Frage einmal zu stellen ist billiger als eine Nachrüstung im Juli.
Wasser sparen hilft doppelt
Jeder Kubikmeter, der nicht durchläuft, kostet Sie weder Frischwasser noch Abwassergebühr. Die wirksamen Maßnahmen sind unspektakulär: Selbstschlussarmaturen und Duschzeitbegrenzung in den Sanitärgebäuden, Perlatoren, Spülstopp an den WC-Spülungen, ein Zähler pro Sanitärgebäude, damit Sie einen Rohrbruch im Erdreich innerhalb von Tagen und nicht erst auf der Jahresrechnung sehen. Lesen Sie die Zähler wöchentlich ab und schreiben Sie es auf. Das ist die Messung, die sich am schnellsten bezahlt.
Wer macht was, und wann
Beides scheitert im Alltag nicht an der Technik, sondern an der Zuständigkeit. Schreiben Sie eine Liste mit Aufgabe, Takt und Namen: Containerplatz kontrollieren, täglich. Ausgussstelle reinigen, täglich. Wasserzähler ablesen, wöchentlich. Fettabscheider, nach Vorgabe. Kleinkläranlage warten, nach Genehmigung. Abfallnachweise sortieren, monatlich. Satzung und Gebührenbescheid prüfen, jährlich.
CampSuite hält jede Buchung mit ihren Gästen und deren Daten, der Anzahlung und den Nachrichten an einem Ort, auch auf dem Telefon, zeigt die Anreisen und Abreisen des Tages und verschickt Nachrichten an Gäste. Für dieses Thema heißt das zwei konkrete Dinge: Sie können Ihren derzeitigen Gästen eine Nachricht schicken, wenn ein Sanitärgebäude vormittags geschlossen ist, und Sie können am Abreisetag sehen, wie viele Einheiten morgen entleeren wollen. Was enthalten ist, steht auf der Funktionsseite, und was das für einen Wohnmobilstellplatz bedeutet auf der Lösungsseite. Die Wartungsnachweise selbst bleiben in Ihrem Ordner.
Prüfliste
- Abfallsatzung in der aktuellen Fassung abgelegt.
- Getrennte Erfassung mit dem Entsorger abgestimmt, Nachweise geklärt.
- Sommer-Leerungstakt für Juli und August vereinbart, Termin am Montag.
- Containerplätze überdacht, befestigt, mit Piktogrammen beschildert.
- Sperrmüllregelung für Dauerstandplätze im Vertrag.
- Ausgussstelle für Chemietoiletten gekennzeichnet, getrennt vom Grauwasser.
- Entsorgungsstation mit Durchfahrt und Beleuchtung.
- Wasserrechtliche Erlaubnis und Auflagen vorliegend.
- Betriebsbuch der Kleinkläranlage geführt, Wartungsberichte nach Datum.
- Fettabscheider im Takt entleert.
- Zähler pro Sanitärgebäude, wöchentlich abgelesen und notiert.
- Aufgabenliste mit Takt und Namen ausgehängt.
Das ist Arbeit, die niemand lobt und die Sie an dem einen Montag im August rettet. Wenn Sie darüber sprechen möchten, wie Ihre Buchungen und Ihr Anreisetag gerade organisiert sind, schreiben Sie uns über die Kontaktseite; die Preise der einzelnen Pakete stehen auf der Preisseite.