Ein Kartenlesegerät und eine Quittung auf dem Rezeptionstresen

Der Gast steht am Tresen, rechnet nach und kommt auf einen anderen Betrag als auf der Website. Er hat nicht falsch gerechnet: auf der Seite stand ein Preis ab, die Kurtaxe kam dazu, der Hund kam dazu, der Strom kam dazu, und die Endreinigung stand in einem anderen Absatz. Diese Diskussion ist vermeidbar, und sie ist nicht nur eine Frage der Höflichkeit: wie Sie Preise auf dem Campingplatz auszeichnen, ist geregelt, und die Regeln sind einfacher als die meisten denken. Dieser Beitrag geht sie durch, mit dem Nebeneffekt, dass die Rechnerei an der Rezeption aufhört.

Der Grundsatz: Endpreise

Gegenüber Verbrauchern sind Endpreise anzugeben, also der Preis einschließlich Umsatzsteuer und sonstiger Preisbestandteile. Wer ein Angebot macht oder Preise ankündigt, nennt den Preis, den der Gast am Ende tatsächlich zahlt, und nicht einen Nettobetrag oder einen Teilbetrag, zu dem noch Pflichtbestandteile hinzukommen.

Für einen Campingplatz heißt das praktisch: wenn ein Bestandteil für den gebuchten Aufenthalt unvermeidbar ist, gehört er in den ausgewiesenen Preis oder er muss so dargestellt werden, dass der Gesamtbetrag unmissverständlich erkennbar ist. Was wirklich optional ist, der Hund, der zweite Wagen, der Besucher, bleibt ein Zusatz, muss aber benannt und bepreist sein.

Prüfen Sie Ihre Preisliste einmal mit diesem Blick: wie viele Positionen muss ein Gast addieren, um auf seinen Betrag zu kommen. Wenn es mehr als zwei sind, haben Sie vermutlich sowohl ein rechtliches als auch ein Verkaufsproblem, denn Preise, die man zusammenrechnen muss, wirken teurer als sie sind.

Das Preisverzeichnis und wo es hängt

Wer Leistungen anbietet, hat ein Preisverzeichnis bereitzuhalten oder auszuhängen, so dass der Gast es vor der Buchung einsehen kann. Auf einem Platz heißt das: ein Verzeichnis an der Rezeption, gut lesbar und aktuell, und dieselben Angaben auf der Website.

Zwei Dinge gehen dabei regelmäßig schief. Erstens die Aktualität: der Aushang von 2024 neben der aktuellen Website ist schlechter als kein Aushang, weil der Gast sich auf den niedrigeren Betrag beruft. Zweitens die Vollständigkeit: die Nebenleistungen fehlen, und genau über die wird gestritten. Nennen Sie alle, auch die kleinen, Besucher, zweites Zelt, Hund, Anhänger, Kaution, Endreinigung, Waschmarken, Strom.

Denken Sie an die Sprachen, in denen Ihre Gäste lesen. Rechtlich zählt die Lesbarkeit, praktisch zählt, dass der niederländische Gast dasselbe versteht wie der deutsche.

Kurtaxe: getrennt, klar und begründet

Die Kurtaxe oder der Gästebeitrag ist eine kommunale Abgabe, die Sie für die Gemeinde einziehen, und kein Umsatz. Sie gehört deshalb als eigene, benannte Position auf Rechnung und Preisliste, mit der Zahl der Übernachtungen und der beitragspflichtigen Personen, damit der Gast sieht, was an die Gemeinde geht.

Wie sie in der Preiswerbung darzustellen ist, ob innerhalb des Endpreises oder deutlich daneben, wird unterschiedlich beurteilt und hängt auch von Ihrer Satzung ab. Klären Sie das einmal mit Ihrem Steuerberater oder Ihrem Landesverband und halten Sie es dann überall gleich: Website, Aushang, Bestätigung, Rechnung. Was Sie in jedem Fall vermeiden sollten, ist, dass der Gast die Kurtaxe erst bei der Abreise erfährt.

Prüfen Sie außerdem jedes Jahr die Satzung Ihrer Gemeinde auf den neuen Satz und auf Befreiungen, insbesondere für Kinder, bevor die Preisliste in den Druck geht.

Keine Zuschläge für Karte und Lastschrift

Dieser Punkt wird oft übersehen und er ist eindeutig: für die Nutzung einer SEPA-Überweisung, einer SEPA-Lastschrift oder einer gängigen Kartenzahlung darf von Verbrauchern kein zusätzliches Entgelt verlangt werden. Ein Aufschlag von einem Prozent für Kartenzahlung an der Rezeption ist damit unzulässig, auch wenn Ihr Zahlungsdienstleister Ihnen tatsächlich eine Gebühr berechnet.

Die Lösung ist keine Gebühr, sondern die Kalkulation: die Kosten der Zahlungsabwicklung sind Betriebskosten und gehören in den Preis, wie Strom und Reinigung. Wenn Sie umgekehrt einen Vorteil für eine bestimmte Zahlungsweise geben wollen, etwa einen Abzug bei Zahlung per Überweisung bis zu einem Datum, ist das ein anderer Fall als ein Zuschlag, aber lassen Sie sich die konkrete Formulierung bestätigen, bevor Sie sie drucken.

Rabatte, Streichpreise und Frühbucher

Wenn Sie mit einem reduzierten Preis werben, muss klar sein, worauf sich die Ermäßigung bezieht, und ein durchgestrichener Vergleichspreis muss ein Preis sein, den Sie tatsächlich und für eine gewisse Zeit verlangt haben. Ein erfundener Vorher-Preis, der nur dazu dient, den aktuellen günstig aussehen zu lassen, ist Irreführung.

Für die Praxis auf dem Platz heißt das: ein Frühbucherpreis ist unproblematisch, wenn Sie ihn an ein Datum binden und danach tatsächlich den höheren Preis nehmen. Was nicht geht, ist das ganze Jahr zwanzig Prozent auf einen Listenpreis zu geben, den niemand jemals bezahlt hat.

Wo es praktisch wird

Alles Obige scheitert an einer Stelle, und das ist nicht das Recht, sondern die Pflege. Eine Preisliste existiert bei vielen Plätzen vierfach: im Aushang, auf der Website, in der Tabelle der Rezeption und im Kopf des Inhabers. Sobald sich etwas ändert, laufen diese vier auseinander, und der Gast beruft sich auf die günstigste Version, zu Recht.

Deshalb lohnt es sich, Preise an einer Stelle zu führen. In CampSuite haben Parzellen, Unterkünfte und Glamping jeweils eigene Preise je Zeitraum, Nebenleistungen hängen an der Buchung und erscheinen auf der Rechnung als eigene Zeile, Anzahlungen und Restbeträge nehmen Sie per Karte entgegen, und die Bestätigung mit den Bedingungen geht aus derselben Buchung an den Gast, sodass der Betrag im Angebot und der Betrag auf der Rechnung derselbe ist. Was es kostet, steht auf der Seite mit den Preisen, wie es funktioniert in den Funktionen. Den Aushang an der Rezeption müssen Sie weiterhin selbst austauschen, aber dann ist es einer statt vier.

Prüfliste vor dem Druck der Preisliste

Richtige Preisauszeichnung ist einer der seltenen Punkte, an denen die Vorschrift und das Verkaufsinteresse dasselbe wollen: ein klarer Gesamtbetrag verkauft besser und führt zu weniger Streit am Tresen. Nehmen Sie sich dafür den Vormittag, an dem Sie die Preisliste für die nächste Saison ohnehin anfassen. Wenn Sie Preise, Nebenleistungen und Rechnungen an einer Stelle führen möchten, sehen Sie sich die Lösung für kleine Plätze an oder schreiben Sie uns über die Kontaktseite.