Ein gestempeltes Dokument neben einem aufgeschlagenen Buch

Ein Ast fällt im August auf ein Vorzelt. Ein Kind stürzt von der Rutsche auf einen Boden, der seit Jahren verdichtet ist. Ein Gast tritt in ein Loch auf dem Weg zum Sanitärgebäude. In allen drei Fällen wird dieselbe Frage gestellt, und sie wird nicht Ihnen gestellt, sondern Ihrem Versicherer: war die Anlage regelmäßig kontrolliert, und gibt es dafür einen Nachweis. Die Verkehrssicherungspflicht auf dem Campingplatz ist keine einzelne Vorschrift, sondern die allgemeine Pflicht, Gefahren auf Ihrem Gelände abzuwenden, und sie wird im Streitfall über Dokumentation entschieden.

Bäume: die größte Position und die am häufigsten vergessene

Alter Baumbestand ist der Grund, warum Gäste zu Ihnen kommen, und das größte Einzelrisiko auf dem Platz. Als Eigentümer oder Betreiber treffen Sie die Pflicht, Ihre Bäume regelmäßig auf erkennbare Schäden zu prüfen und erforderliche Maßnahmen zu veranlassen.

Als anerkannte Grundlage dafür gilt in der Praxis die Baumkontrollrichtlinie der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau. Sie beschreibt die Regelkontrolle als Sichtkontrolle vom Boden aus, durch eine fachlich qualifizierte Person, deren Häufigkeit sich nach Alter, Zustand und Standort des Baumes richtet. Bei Bäumen in stark genutzten Bereichen ist eine Kontrolle im belaubten und eine im unbelaubten Zustand üblich, also zweimal im Jahr. Bei Auffälligkeiten folgt eine eingehende Untersuchung, gegebenenfalls mit Gerät.

Für einen Campingplatz heißt das konkret: Bäume über Parzellen, über Wegen, über Spielplätzen und über Mietunterkünften sind die erste Prioritätsstufe. Lassen Sie diese Kontrolle von einem zertifizierten Baumkontrolleur oder einem Fachbetrieb durchführen und schriftlich dokumentieren, mit Baumnummer, Datum, Befund und empfohlener Maßnahme. Nummerieren Sie die Bäume und legen Sie einen einfachen Lageplan an. Und erledigen Sie die empfohlenen Maßnahmen, denn ein Gutachten mit unerledigten Empfehlungen ist im Schadensfall schlechter als kein Gutachten.

Prüfen Sie außerdem, ob in Ihrer Gemeinde eine Baumschutzsatzung gilt, bevor Sie fällen oder stark einkürzen.

Spielplatz: drei Prüfstufen, nicht eine

Für Spielplatzgeräte und deren Böden gibt es einen technischen Standard, die Normenreihe DIN EN 1176 für die Geräte und die DIN EN 1177 für die stoßdämpfenden Böden. Daraus folgt ein Prüfregime mit drei Stufen, das Sie so übernehmen können:

Führen Sie für all das ein einziges Prüfbuch, in dem jede Kontrolle mit Datum, Name und Befund steht, und in dem Mängel abgehakt werden, wenn sie behoben sind. Ein leeres Prüfbuch ist der Grund, aus dem ein Verfahren verloren geht.

Denken Sie auch an die Geräte, die nicht offiziell Spielplatz sind: die Schaukel am Waldrand, die selbstgebaute Seilbahn, das alte Trampolin. Wenn es dort steht und Kinder es benutzen, gilt es.

Wege, Beleuchtung und der Winter

Der unspektakulärste Teil ist der mit den meisten kleinen Schäden. Gehen Sie das Gelände zweimal im Jahr mit einem Block ab und notieren Sie Löcher, hervorstehende Wurzeln, lose Platten, abgesenkte Schachtdeckel, defekte Leuchten und Kanten ohne Markierung. Beleuchtung ist dabei kein Komfort, sondern Teil der Sicherung der Wege, insbesondere zu den Sanitärgebäuden.

Wenn der Platz im Winter geöffnet ist oder wenn Dauercamper das Gelände nutzen, kommt die Räum und Streupflicht dazu. Legen Sie schriftlich fest, welche Wege geräumt werden, in welchem Zeitfenster, von wem, und wo die Streumittel liegen, und dokumentieren Sie jeden Einsatz mit Datum und Uhrzeit. Wenn Sie die Pflicht auf einen Dienstleister übertragen, brauchen Sie den Vertrag und die Nachweise seiner Einsätze.

Sperren Sie Bereiche, die Sie im Winter nicht sichern, tatsächlich ab und beschildern Sie sie. Eine Absperrung, die jeder übersteigt, weil dahinter der kürzere Weg liegt, ist keine.

Weitere Punkte, die in dieselbe Mappe gehören

Zur Verkehrssicherung auf einem Campingplatz zählen außerdem die Bereiche, in denen technische Prüfungen fällig sind: die Elektroanlage und die Verteiler an den Parzellen, die Schrankenanlage, das Gewässer oder der Badesteg mit Zugangsbeschränkung und Warnhinweisen, die Grillstellen, die Gasanlagen in Mietunterkünften und die Rauchwarnmelder darin.

Für jeden dieser Punkte gilt dasselbe Muster: eine fachliche Prüfung im vorgesehenen Intervall, ein Protokoll mit Datum, und ein erledigter Mangel. Legen Sie alles in eine Mappe, nicht in fünf Ordner und drei Mailpostfächer.

Halten Sie Vorfälle außerdem an der Buchung des betroffenen Gastes fest, mit Uhrzeit, Beschreibung und wer sich gekümmert hat. In CampSuite liegen die Buchung mit dem Gast und seinen Daten, die Anzahlung, die Nachrichten und die Rechnung an einer Stelle, auch auf dem Handy, sodass die Notiz vom Sonntagabend im März noch auffindbar ist. Wie das aussieht, sehen Sie in den Funktionen, und was es kostet auf der Seite mit den Preisen.

Prüfliste für den Herbst

Keiner dieser Punkte kostet viel Geld. Was kostet, ist der Nachweis, der fehlt, wenn er gebraucht wird, und das ist immer derselbe Nachweis: ein Datum, ein Name und ein abgehakter Mangel. Nehmen Sie sich dafür den Oktober, wenn der Platz leer ist. Wenn Sie Buchungen, Gäste und Notizen an einer Stelle führen möchten, sehen Sie sich die Lösung für Ferienplätze an oder schreiben Sie uns über die Kontaktseite.