Der Jahrespreis für Dauerstandplätze ist der Posten, den fast jeder Platz zu lange nicht anfasst. Die Begründung ist immer dieselbe und sie ist menschlich: das sind Leute, die seit vierzehn Jahren kommen, die im Mai beim Heckenschnitt helfen und die man am Samstag trifft. Also bleibt der Preis, während Strom, Wasser, Abfallgebühren, Versicherung und Mindestlohn nicht bleiben. Nach sechs Jahren rechnet jemand nach und stellt fest, dass die Dauerstandplätze den Platz nicht mehr tragen.
Dann kommt die Erhöhung in einem Schritt, sie ist hoch, sie wird als Vertrauensbruch empfunden, und zwei gute Dauercamper gehen. Genau das lässt sich vermeiden, und zwar nicht mit Verhandlungsgeschick, sondern mit einer Klausel und einem Rhythmus.
Erstens: steht in Ihrem Vertrag überhaupt etwas dazu
Holen Sie Ihren Dauercampervertrag heraus und suchen Sie die Preisanpassungsklausel. Wenn keine da ist, ist das Ihr eigentliches Problem: Sie können den Preis dann in einem laufenden Vertrag nicht einseitig ändern, sondern nur mit Zustimmung oder über eine Beendigung.
Wenn eine da ist, prüfen Sie sie mit kritischem Blick. Eine Klausel in vorformulierten Bedingungen muss klar und verständlich sein, und das Transparenzgebot des Bürgerlichen Gesetzbuchs ist der Maßstab, an dem solche Klauseln scheitern. Typische Schwächen:
- Eine Klausel, die Ihnen eine Anpassung "nach billigem Ermessen" erlaubt, ohne zu sagen, woran sie sich bemisst.
- Eine Klausel ohne Ankündigungsfrist.
- Eine Klausel, die nur Erhöhungen vorsieht und nie Senkungen, obwohl sie sich auf Kosten stützt, die auch fallen können.
- Eine Klausel, die nichts dazu sagt, was der Dauercamper tun kann, wenn er die neue Höhe nicht akzeptieren will.
Lassen Sie Ihre Klausel einmal von Ihrer Rechtsberatung oder Ihrem Verband prüfen und, wenn nötig, neu formulieren, bevor Sie die nächste Verlängerungsrunde schreiben. Das ist eine Stunde Honorar, und es ist die Stunde, die über die nächsten zehn Jahre entscheidet. Der Rahmen des Vertrags steht in dem Beitrag über den Dauercampervertrag.
Zweitens: trennen, was keine Preiserhöhung ist
Ein großer Teil des Ärgers entsteht, weil alles in einer Zahl steckt. Trennen Sie drei Dinge, und zwei davon sind gar keine Preisanpassung:
- Der Jahrespreis für den Standplatz. Das ist der Posten, den Sie anpassen.
- Die verbrauchsabhängigen Nebenkosten, allen voran Strom und Wasser. Die steigen oder fallen mit dem Verbrauch und mit Ihrem Einkaufspreis, und sie werden abgerechnet, nicht erhöht. Wie das sauber geht, steht in dem Beitrag über Strom je Standplatz.
- Die Abgaben, die Sie weiterleiten, wie die Kurtaxe nach der Satzung Ihrer Gemeinde. Die setzen Sie nicht fest und sie gehören getrennt ausgewiesen; der Rahmen steht in dem Beitrag über die Kurtaxe.
Wer diese drei auf der Rechnung sichtbar trennt, erhöht einmal eine Zahl statt scheinbar alles.
Drittens: der Rhythmus, nicht die Höhe
Das Wichtigste an einer Preisanpassung ist, dass sie regelmäßig stattfindet. Eine kleine Anpassung jedes Jahr ist für den Gast billiger, für Sie planbar und emotional ein Verwaltungsakt. Eine große Anpassung alle sechs Jahre ist für beide teuer und fühlt sich wie ein Überfall an.
Ein Takt, der funktioniert:
- Im Oktober rechnen. Ihre Kostenseite des laufenden Jahres liegt vor: Energie, Wasser und Abwasser, Abfallgebühren, Grundsteuer, Versicherung, Personal, Instandhaltung. Rechnen Sie sie auf den Dauerstandplatz um.
- Im November ankündigen, schriftlich, mit der Frist aus Ihrem Vertrag und deutlich vor der nächsten Fälligkeit. Niemand sollte eine Erhöhung aus der Rechnung erfahren.
- Zum Vertragsjahr wirksam werden lassen, nicht mitten in der Saison.
Und schreiben Sie die Begründung dazu, in zwei Sätzen und mit echten Zahlen: welche Kostenarten gestiegen sind und um wie viel. Dauercamper sind in aller Regel selbst Hauseigentümer oder Mieter und verstehen eine Abfallgebühr, die um ein Fünftel gestiegen ist. Was sie nicht verstehen und nicht verzeihen, ist eine Zahl ohne Erklärung.
Viertens: das Gespräch, bevor der Brief kommt
Die Plätze, auf denen Erhöhungen ohne Drama durchgehen, machen fast immer dasselbe: Sie sprechen vorher mit den zwei oder drei Dauercampern, die auf dem Platz Gewicht haben. Nicht um zu verhandeln, sondern damit die Nachricht nicht als Gerücht die Runde macht, bevor Ihr Brief ankommt.
Legen Sie außerdem vorher fest, was Sie auf die drei Reaktionen antworten, die mit Sicherheit kommen. Erstens: "Dann kündige ich." Zweitens: "Beim Platz am Nachbarsee kostet es weniger." Drittens: "Was bekomme ich dafür mehr?" Auf die dritte haben Sie die beste Antwort, wenn Sie im Winter eine sichtbare Sache verbessert haben: neue Duschen, ein befestigter Weg, besseres Netz. Eine Erhöhung mit einer sichtbaren Verbesserung ist eine andere Nachricht als eine Erhöhung allein.
Was Sie nicht tun: einzelnen Dauercampern still Sonderpreise einräumen. Auf einem Platz weiß das in drei Wochen jeder, und dann verhandeln alle.
Fünftens: die Zahlen, auf die Sie sich stützen
Bevor Sie eine Höhe festlegen, sollten Sie wissen, was ein Dauerstandplatz Ihnen im Vergleich zu einem Durchreiseplatz einbringt, je Tag der Öffnungszeit. Das ist oft die unangenehme Erkenntnis: eine Dauerparzelle in guter Lage kann weniger bringen als der Durchreisestandplatz daneben, und dann ist die Frage nicht nur der Preis, sondern wie viele Dauerstandplätze Sie langfristig halten wollen. Die Rechnung dazu steht in dem Beitrag über die Zahlen nach der Saison.
CampSuite hält jede Buchung mit ihren Gästen und deren Daten, der Anzahlung und den Nachrichten an einem Ort, auch auf dem Telefon, nimmt Anzahlungen und Restbeträge per Karte, stellt Rechnungen und Belege aus, verschickt Nachrichten an Gäste und gibt die Zahlen zu Buchungen, Belegung und Umsatz. Für dieses Thema heißt das: Sie sehen, was ein Standplatztyp eingebracht hat, bevor Sie über seinen Preis entscheiden, und das Ankündigungsschreiben geht an den Gästebestand, den Sie schon haben. Was enthalten ist, steht auf der Funktionsseite, und was das für Dauerstandplätze bedeutet auf der Lösungsseite.
Prüfliste für diesen Oktober
- Preisanpassungsklausel im Vertrag gefunden und gelesen.
- Klausel von Rechtsberatung oder Verband geprüft, Bemessungsgrundlage und Ankündigungsfrist darin genannt.
- Jahrespreis, verbrauchsabhängige Nebenkosten und weitergeleitete Abgaben auf der Rechnung getrennt.
- Kostenarten des laufenden Jahres auf den Standplatz umgerechnet.
- Erlös je Dauerstandplatz mit dem je Durchreiseplatz verglichen.
- Höhe festgelegt, als jährlicher kleiner Schritt und nicht als Nachholerhöhung.
- Ankündigung schriftlich im November, vor der nächsten Fälligkeit.
- Begründung in zwei Sätzen mit echten Zahlen.
- Eine sichtbare Verbesserung aus dem Winter zum Mitteilen.
- Vorgespräch mit den zwei oder drei einflussreichen Dauercampern.
- Antworten auf die drei erwartbaren Reaktionen vorbereitet.
- Keine stillen Sonderpreise.
So wird aus dem unangenehmsten Brief des Jahres eine Zeile im Jahreskalender. Wenn Sie darüber sprechen möchten, wie Ihre Dauerstandplätze und deren Abrechnung gerade organisiert sind, schreiben Sie uns über die Kontaktseite; die Preise der einzelnen Pakete stehen auf der Preisseite.